Papierlose Visite
Aufgabe
In Krankenhäusern müssen die medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten ausführlich dokumentiert werden - der Aufwand ist enorm. In den meisten Krankenhäusern wird jeder Vorgang doppelt erfasst: Zunächst in der Patientenakte auf Papier und später im elektronischen Dokumentationssystem, das unerlässlich für die Abrechnung mit den Kostenträgern ist.
Ziel
Bereits am Patientenbett im EDV-System alle Eintragungen vornehmen und nicht wie zuvor alle Daten auf Papier zu erfassen und diese später am Computer noch einmal einzutragen. Auf die Patientenakte aus Papier soll in Zukunft verzichtet werden. Der Aufwand für administrative Arbeiten bei Ärzten und Pflegekräften soll sich um mehr als 40 Prozent reduzieren.
TBZ Maßnahmen
Das Projekt "Papierlose Visite" besteht zum Beispiel in einem Berliner Krankenhaus aus folgenden Komponenten:
- Anschaffung mobiler Visite-Terminal
- Installation WLAN-Infrastruktur
- Ergänzung der Serverarchitektur für die Terminal-Server-Anbindung
- Integration der Terminal-Applikationen in die bestehende IT des Krankenhauses
- Organisationsberatung - Prozessoptimierung durch die papierlose Visite
- Service und Wartung mobile Visite-Terminals
- Service und Wartung WLAN-Infrastruktur.
Folge
Seit 2007 können folgende Anwendungen (Auswahl) genutzt werden:
- Am Patientenbett kann auf KIS (Krankenhaus-Informations-System), die elektronische Patientenakte oder medizinische Portale zugegriffen werden.
- Video-Live-Aufnahmen werden zu internen oder externen Konsultationen oder zu Fachspezialisten übermittelt.
- Bereits während der Anamnese und Diagnose, während der Pflege und therapeutischen Anwendung sind Dokumentation und Leistungserfassung möglich.
- Ein Zugriff auf die Patientenhistorie auch früherer Aufenthalte im Krankenhaus ist selbstverständlich, ebenso das Abrufen von Röntgenaufnahmen am Patientenbett auf dem Bildschirm.
- Mit einer integrierten medizinischen Digitalkamera in der Größe eines Füllhalters werden hoch auflösende Fotos von Wunden gemacht, um den Heilungsverlauf zu dokumentieren.
- Die Logistik für ärztliche Anforderungen (EKG, Sonografie, Labor, Radiologie etc.) wird durch die Eingabe der benötigten Parameter sowie das elektronische Abrufen der Befunde am Krankenbett erheblich vereinfacht.
Kooperationspartner